Seit Jahrzehnten ist die Stadt Ternitz im Klimaschutz aktiv: seit 1991 Klimabündnisgemeinde, seit 2010/2011 Mitglied der KEM-Region Schwarzatal, seit 2011 e5-Gemeinde (4e) und im Juni 2023 wurde die Stadt innerhalb der LEADER-Region NÖ-Süd (seit 2011) – „Energie.Vorbild.Gemeinde“. Die wichtigsten Themenfelder der Stadt Ternitz sind: Ausbau der Photovoltaik, Forcierung des Radverkehrs, des öffentlichen Verkehrs und der eMobilität, Energieeffizienz im öffentlichen Bereich und Nutzung von Synergien mit der Industrie, Umsetzung energieeffizienter Gebäudekonzepte im Wohnbau. In diesem Projekt möchte die Stadt den bisherigen Weg konsolidieren und strategisch umfassend unter Einbeziehung lokaler Schlüsselakteure planen, weil ihr bewusst ist, dass sie nur so die Herausforderungen der Zukunft ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig meistern wird.
Klimaschutz beginnt vor Ort. Jede Gemeinde, jede Stadt kann und muss ihren Beitrag leisten. Es geht darum, unsere Lebensqualität zu sichern, unsere Wirtschaft zukunftsfit zu machen und unseren Kindern und Enkeln eine lebenswerte Heimat zu hinterlassen. Städte sind die Motoren des Wandels. Man muss sich weiterentwickeln. Nicht nur im Globalen, sondern auch im Kleinen. Mit unserem Klimaneutralitätsfahrplan setzen wir gezielte Schritte, um Ternitz bis 2040 klimaneutral zu machen.
Bürgermeister Samwald
Projektziel ist, die Umsetzung der Energie- und Klimaziele in einer für Österreich repräsentativen Stadtgemeinde und auch Region vorzuleben. Innovative Schwerpunkte aus derzeitiger Sicht werden sein: eine individuell geplante Entsiegelung des Straßenraums, Einbindung der ansässigen Industriebetriebe als Vorbild für weitere, ergänzende Aufstockung der PV-Kapazität zusätzlich zum mit Bürgerbeteiligung errichteten „Sonnenkraftwerk“ Ternitz, auf Vorstudien basierender Ausbau der aktiven Mobilität sowie von nach Tourismus- und einheimischem Bedarf differenzierte Verkehrsmittel. Nicht zuletzt werden die ausgesprochen ambitionierten Ziele der KEM-Region (z.B. 50% Neuzulassungen eMobilität) angestrebt.
Ausgangspunkt ist der gesamthafte Überblick derzeitiger Klimaschutz-, Verwaltungs- und Stadtentwicklungsstrategien und -strukturen sowie der Wirkung bisheriger Maßnahmen, inkl. der KEM-Region Schwarzatal als regionaler Vernetzungskontext.
Daraus wird das noch verfügbare Klimaneutralitätspotenzial in Ternitz abgeleitet und geplanten Aktivitäten bzgl. der Zielerreichung gegenübergestellt. Wichtigste Stoßrichtungen sind Photovoltaik, aktive und öffentl. Mobilität, Energieeffizienz im öffentlichen Bereich & Synergien mit der Industrie.
Gemeinsam mit den lokalen Akteuren wird die Vision zur Erreichung der Klimaneutralität innerhalb der natürlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten in Ternitz als Fahrplan konkretisiert, inkl. individueller Ziele für die thematischen und strukturellen Sektoren. Direkte und indirekte CO2-Emissionsreduktion durch die potentiellen Maßnahmen wird als Auswirkung auf die Sektoren geprüft, um endgültige Maßnahmen zu wählen. Parallel werden Innovationen, geeignete Instrumente und Finanzierungsoptionen für die Umsetzung eruiert. Die Analyse aktueller Struktur-, Verwaltungs- und Stadtentwicklungspläne hat die Lücken in Prozessen, Verantwortlichkeiten und zukünftigen Rahmenbedingungen aufgedeckt, und notwendige Anpassungen werden geplant.
Der endgültige Klimaneutralitätsfahrplan wird erstellt, mit dazugehörender Strategie, neuen Verantwortlichkeiten und Strukturprozessen. Die Endfassungen werden der Öffentlichkeit kommuniziert.
Klimaneutralitätsfahrplans mit Vision, Umsetzungsstrategie, kurz-, mittel- und langfristig umzusetzenden Maßnahmen (direkt und indirekt wirkende Maßnahmen), einer Übersicht der Finanzierungsmöglichkeiten (v.a. erste 2 Jahre); angepasste Verwaltungsstrukturen, -prozesse und -kapazitäten, Bewusstseinsbildung, Kommunikation und Partizipation.